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Lebensprinzip Der grundlegendste Wesenszug des Zwillings ist sein überaus lebhafter Geist, seine wichtigste Eigenschaft hingegen ist sein Temperament, seine lebendige Beziehung zur Umwelt, seine rasche Auffassungsgabe. Er will alles kennen lernen, alles erfahren, die Welt erleben, in ihrem Kern erforschen. Wir könnten seine Bemühungen, in das Wesen der Dinge vorzudringen, faustisch nennen, wenn ihm nicht eine gewisse Schwerelosigkeit, Leichtigkeit und Beweglichkeit anhaftete, die den Problemen ihre Bedeutung nimmt. Der Zwillingsmensch liebt die messerscharfen Definitionen, aber er ist ohne besondere innere Anteilnahme an den Vorgängen des Lebens, gewissermaßen sein eigener Zuschauer. Sein zentrales Streben ist, das einmal Erkannte seiner Umwelt mitzuteilen, sein Weltbild bei seinen Mitmenschen kundzutun. Er braucht den lebendigen Austausch der Gedanken, sein Intellekt ist nicht selbstleuchtend, sondern bedarf des entzündenden Funkens von außen, er ist der Typ der Geselligkeit, dem Einsamkeit Verbannung bedeuten würde. Er empfängt seine Ideen aus seiner Umwelt, wird gewissermaßen von ihr befruchtet. Seine tätige Teilnahme am Leben erfolgt von der Idee her, die für ihn das Leben verkörpert. Im Zwilling offenbart sich das Mondhaltige, Weibliche des Merkur, das weite Weltempfinden. So ist auch seine Empfindungskraft in die Weite hin angelegt, dem augenblicklichen Eindruck hingegeben und an diesem entzündet. Zwar fehlt es ihm häufig an Tiefe und Nachhaltigkeit des Empfindens, doch versucht er diesen Mangel durch sein immer waches Wissen, durch sein lebendiges Verhaftetsein mit den Ausdrucksmöglichkeiten des Lebens auszugleichen. Er ist der geborene Dialektiker, und deshalb für einen leidenschaftlichen Gegner untragbar. Dank seiner geringen Empfindungstiefe ist er bei günstiger Bestrahlung besonders umgänglich und verträglich. Er fordert für sich Handlungsfreiheit und gewährt sie auch anderen. Wo er aber eine unbedingte Überlegenheit fühlt, ist er tief gebunden, zwingt er seine Rastlosigkeit zur Ruhe, unterwirft er sich voll Hingabe und Bewunderung. Dieser Zustand des entzündeten Enthusiasmus wird andauern, solange der Partner seine Überlegenheit zu wahren weiß. Verliert er sie, muss er allerdings damit rechnen, dass sich die Leidenschaft des Zwillings nach einem anderen Objekt umsieht. Liebe ER ist in seinen Gefühlen impulsiv, lebhaft und unbeständig. Man kann sich nur selten völlig auf ihn verlassen. Seine Begeisterungsfähigkeit reicht immer nur gerade soweit, als er sich von Neuem und Einmaligem gefesselt fühlt. Kommt dann erst einmal die Gewöhnung dazu, ist es mit der Liebe bald vorbei. In den Beteuerungen seiner Liebe ist er ungeheuer demonstrativ und glaubt auch gern an seine eigene Treue, solang er daran glauben will. Seine große Spezialität sind Liebesbriefe, die er mit Schwung zu verfassen weiß und die manchmal sogar ein bedeutendes Zeugnis seiner literarischen Fähigkeiten darstellen. Er betört seine Partnerin durch seinen Charme und seine Galanterie und versteht es durch seine gesellschaftliche Begabung auch spröde Frauen in seinen Bann zu ziehen. Seine Zwiespältigkeit allerdings stürzt ihn oft in recht ausweglose Situationen. Nicht selten glaubt er zwei Frauen gleichzeitig zu lieben und tut es wohl auch. Allerdings darf man ihn in solchen Situationen niemals vor eine Alternative stellen, da er dadurch nur gereizt und unsicher würde. Das einzige Mittel, einen Zwilling wirklich und dauerhaft zu fesseln, ist, ihm immer wieder neu zu erscheinen und ihm Rätsel aufzugeben, die ihn ununterbrochen beschäftigen. SIE gibt dem Mann ihrer Wahl oft recht schwere Aufgaben zu lösen. Häufig ist sie flatterhaft und neigt zur Oberflächlichkeit. Auch fällt es ihr schwer, sich in einer bestimmten Richtung zu entscheiden. Oft stehen solche Frauen in ihrer Jugend in einem Kreuzfeuer der Werbung, ohne sich in einer bestimmten Richtung zu binden. Später wenden sie sich dann, um so mehr, als sie häufig enttäuscht werden, ausgesprochen geistigen Interessen zu und werden manchmal sogar zu richtigen "Blaustrümpfen". Die Gefühle sind schwach, die sexuellen Interessen daher weitgehend zurückgedrängt. Die Liebe wird zuerst als erotische Sensation und später als Experiment betrachtet. Bleibt sie unbefriedigt, was bei Frauen dieses Typus häufig der Fall ist, steigert sich ihre Überempfindlichkeit nicht selten zu ausgesprochen neurotischen Erscheinungen und sie verstehen es dann, ihrem Gatten in des Wortes wahrstem Sinne die Hölle heiß zu machen. Die beste Ehe für sie ist zweifellos eine Kameradschaftsehe. Beruf Infolge seiner intellektuellen Neigungen ist der Zwillingsmensch für alle geistigen Berufe geeignet. Er ist überall dort zu Hause, wo großer Scharfsinn und geistige Klarheit gefordert werden. Deshalb gibt er einen ausgezeichneten Rechtsanwalt und Journalisten ab und ist auch für diplomatische Berufe sehr geeignet. Sein Scharfsinn sichert ihm Erfolge auf kaufmännischem Gebiet, was bei seinem Gestirnherrn Merkur nicht weiter verwunderlich ist. Er versteht es die Massen für sich zu begeistern und ist äußerst redegewandt. Antonius, der an der Totenbahre des großen Cäsar die Massen binnen weniger Minuten umzustimmen wußte, dürfte demnach wohl ein Zwilling gewesen sein ... Partnerschaft
Anlagemäßig verträgt sich der Zwilling am besten mit
Wassermann- und
Waagemenschen. Gleichgestimmtes Temperament, wache Geistigkeit
und lebhafte Betätigung in der Welt des Intellekts schaffen die Grundlage für
eine harmonische Gemeinschaft. Auch
Widder- und Löwebindungen können sich unter
Umständen als Erfolg erweisen, da ihn mit diesen beiden Zeichen sein rasches
Temperament und sein ungestümes Vorwärtsdrängen verbindet.
Jungfrauen,
Steinböcke und
Krebse dagegen werden es mit einem Zwilling nicht leicht haben,
weil ihnen seine Sprunghaftigkeit und sein flatterhaftes Wesen in der Seele
zuwider ist. Auch dem Skorpion sind wenig Chancen gegeben, mit einem Zwilling
glücklich zu werden, weil er eine Ausschließlichkeit des Herzens fordert, die
jener nicht gewähren kann.
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